MARRAKESCH

Afrika für Einsteiger. So habe ich Marrakesch im Kopf als es losgeht. Ein paar Kilometer östlich von Gran Canaria. Irgendwie so.
Max hat einen Reiseführer dabei. Er ist organisiert, strukturiert und hat einen Plan. Wir ergänzen uns.

Im Dunkeln geht es mit dem Mietwagen zu unserem Riad mitten in der Medina.
Überdurchschnittlich viele Roller und Mopeds sind unterwegs. Dazwischen hier und da ein Esel. Der Kopf brummt. Der Verkehr ist unübersichtlich, erst recht bei Nacht. Von rechts kommen ab und an Kommandos von Max. Ohne ihn wäre der Verkehr nicht zu schaffen. Ich brauche jedes verfügbare Auge.

Die Parkplätze werden zugewiesen. Es tummeln sich mehrere Männer hektisch ums Auto und nehmen eine Gebühr von umgerechnet 3,50 Euro. Wir sind etwas irritiert. Etwas Handlungsgeschick ist nötig um die Männer abzuwimmeln und zu beruhigen. Mit ein paar ernsten Worten sichern wir unseren Parkplatz für die erste Nacht und machen uns auf zum Riad.

Im Reiseführer steht tatsächlich, dass man sich von einem der erhöhten Cafés einen Überblick über die Straßenstruktur verschaffen soll, um sich nicht zu verlaufen. Ich muss lachen. Alles klar, auf gehts!

 

Je tiefer wir in die Medina eintauchen, desto trubeliger wird es. Die Roller fahren mit einem Sicherheitsabstand von 5 Zentimetern an uns vorbei. Wir machen keinen Erholungsurlaub mit einer Hängematte am Rande eines Atolls sondern schlürfen den Café au Lait bei unserem Lieblings-Suppenhändler. Abwechselnd kriechen uns die Abgase der Mofas und der Geruch der Gewürze der Händler um die Ecke in die Nase. Die Suppe wird aus einem 100 Liter Topf serviert. Man verlangt umgerechnet 30 cent für die Suppe und den Café , der mich gut nach vorn treibt.

Wir entscheiden uns durch das Atlasgebirge nach Agadir an die Westküste zu fahren. Ich brauche etwas Pause von der Stadt. Die Route führt uns 8 Stunden durch die Berge bis in die Wolken. Die Kulisse ist traumhaft. Max Fahrstil ebenso. Ich beweise mich als nervigster Beifahrer in der Geschichte Afrikas. Rollsplit in der Kurve scheint bei mir tief verankerte Ängste wachzurütteln.

 

Tatsächlich sehen wir oben angekommen nur noch 2 Meter weit und fahren mit Schrittgeschwindigkeit durch die Höhenluft.

Agadir präsentiert sich uns recht romantisch. Dichter Nebel liegt in der Luft. Auf dem Plan für den nächsten Tag stehen ein kleines Frühstück auf der Dachterasse und danach gehts ab zum Strand. Wellenreiten:)

Mit einem Rudel Hundewelpen machen wir uns am Strand warm. Die See ist rauh, es hat wenig von Miami. Ich bin verliebt!
Selbstbewusst kündige ich Max an, die großen Wellen im Hintergrund zu surfen. Ich hätte gewettet.
Im Wasser sieht es schon ganz anders aus. Letztendlich klappt es recht gut. Man muss nur immer wieder aufs Brett, gegen die Wellen rauf aufs Meer paddeln. Irgendwie ist es genau das, was mich am Skateboarden und Surfen fasziniert. Runterfallen, weitermachen. Runterfallen, weitermachen.
Nach 2 Stunden habe ich einen Liter Salzwasser geschluckt und bin erschöpft, aber unfassbar zufrieden.

 

Kamera: Canon EOS 5D MARK IV

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Comment

1. April 2018
Hallo Christoph, schön Marokko mal aus deiner Perspektive zu sehen! Ich bin relativ oft in Marokko und musste schmunzeln das der Reiseführer das Café als Orientierung empfiehlt! Tolle Bilder und schöner Einblick! Gar nicht so einfach in diesem Land Menschen fotografieren zu dürfen.
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    Chris
    1. April 2018
    Hey Gülten, Ich danke dir sehr für deinen Kommentar:) Nein, einfach war es in der Tat nicht.
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